Wenn du einen oder mehrere Verkaufsautomaten anschaffen willst, steht am Anfang immer dieselbe Frage: Wie bezahlen? Direkt kaufen, leasen oder per Mietkauf finanzieren — jede Variante hat Handschrift, Vor- und Nachteile und Auswirkungen auf Liquidität, Bilanz und Steuer. Dieser Beitrag erklärt praxisnah und nüchtern, worauf du achten musst, welche Option für welche Geschäftsmodelle Sinn macht und welche Fragen du dem Anbieter/der Leasinggesellschaft stellen solltest.
Kurzüberblick: Die drei grundlegenden Optionen
-
Direktkauf (Kauf)
Du bezahlst den Automaten (bar, Überweisung, Finanzierung durch Bankkredit) und wirst sofort Eigentümer. Vorteile: volle Kontrolle, langfristig kostengünstig, Abschreibungen möglich. Nachteile: hohe einmalige Kapitalbindung, Risiko der Wertminderung. -
Leasing
Du mietest das Gerät über eine Leasinggesellschaft für eine feste Laufzeit und feste Rate. Eigentümer bleibt die Leasinggesellschaft. Vorteile: geringe Anfangsinvestition, Liquiditätsschonung, oft bilanzneutrale Lösungen möglich. Nachteile: kein Eigentum, Gesamtkosten oft höher als Kauf bei langer Nutzung. -
Mietkauf (Ratenkauf mit Eigentumserwerb am Ende)
Du zahlst über einen festen Zeitraum Raten; nach Ablaufen der Zahlungen geht das Eigentum auf dich über (automatisch oder durch eine Schlussrate). Kombination aus Ratenzahlung und Eigentum. Vorteile: planbare Raten, am Ende Eigentum; Nachteile: höhere Raten als Leasing, Kapitalbindung während der Laufzeit.
Detaillierte Betrachtung: Wann passt welche Option?
1) Direktkauf — für wen ist das die beste Wahl?
Direktkauf lohnt sich besonders, wenn:
-
du planst, den Automaten langfristig (>5–7 Jahre) zu betreiben;
-
du genügend Eigenkapital oder sehr günstige Fremdfinanzierung (Bankkredit) hast;
-
du maximale Flexibilität in der Nutzung/Anpassung des Geräts willst (Umbauten, Branding, Technik-Modifikationen);
-
du die laufenden Kosten (Wartung, Versicherung, Strom) selbst trägst und diese separat planst.
Vorteile im Detail:
-
Kosten pro Jahr sind bei langer Nutzungsdauer in der Regel am geringsten, weil keine laufenden Leasing- oder Mietkaufzinsen anfallen.
-
Verkauf / Wiederverkauf ist möglich, wenn du das Gerät reinen Profit erzielen lässt oder Upgrades brauchst.
-
Abschreibung: Das Gerät kann abgeschrieben werden, was steuerliche Vorteile bringt (Bilanz / AfA).
Nachteile:
-
Hoher Kapitalbedarf beim Start.
-
Gefahr der technologischen Veralterung — du trägst das Risiko, falls neue, effizientere Automaten erscheinen.
2) Leasing — die Liquiditätsschonende Lösung
Leasing ist die bevorzugte Option vieler Unternehmen, die nicht das Anlagevermögen in der Bilanz binden möchten oder initiale Liquidität sparen wollen. Anbieter von Automatenfinanzierungen bieten häufig Leasingraten „bereits ab“ bestimmten Beträgen an — ideal für Startups und Betreiber mit knappen liquiden Mitteln.
Worauf es beim Leasing ankommt:
-
Leasingrate: Abhängig von Gerätepreis, Laufzeit, Restwert (oft vertraglich festgelegt) und Zinssatz der Leasinggesellschaft.
-
Laufzeit: Typische Laufzeiten liegen oft zwischen 24 und 60 Monaten; kürzere Laufzeiten erhöhen die Rate, längere binden dich länger.
-
Restwert / Kaufoption: Manche Leasingverträge erlauben am Ende, das Gerät zu kaufen (zum Restwert) — andere nicht. Klare vertragliche Regelung nötig.
-
Buchhalterische Behandlung: Operating-Leasing kann bilanzneutral sein; Finance-Leasing wird wie Kauf bilanziert. Hier ist professionelle Buchhalterberatung wichtig.
Typische Vorteile:
-
Keine hohe Anfangszahlung.
-
Raten sind steuerlich als Betriebsausgabe absetzbar (Liquiditäts- und Bilanzvorteil).
-
Möglichkeit, nach Ablauf auf ein neueres Modell zu wechseln (bei entsprechenden Angeboten).
Typische Nachteile:
-
Kein Eigentum nach Ende (sofern kein Kauf vereinbart).
-
Eventuell höhere Gesamtkosten gegenüber Direktkauf bei sehr langer Nutzung.
3) Mietkauf — die Zwischenlösung
Mietkauf verbindet Vorteile von Ratenzahlung und Eigentum: Du nutzst den Automaten sofort, zahlst in Raten und wirst am Ende Eigentümer. Die monatliche Belastung liegt meist zwischen Kauf und Leasing.
Worauf du achten musst:
-
Vertragslaufzeit und Schlussrate: Manche Mietkaufverträge haben eine niedrige Schlussrate, andere setzen Eigentumsübergang automatisch nach letzter Rate voraus.
-
Bilanzielle Behandlung: In der Regel wird das Gerät als Eigentum bilanziert (mit Abschreibung), auch während der Laufzeit je nach Vertrag.
-
Flexibilität: Gerät kann während der Laufzeit nicht einfach getauscht werden — du bist an die Maschine gebunden, bis Eigentum übergeht.
Steuerliche und bilanzielle Effekte — kurz & konkret
Wichtige Punkte, die du mit deinem Steuerberater klären musst (kurz & bündig):
-
Leasing: Raten sind Betriebsausgaben; das Gerät bleibt häufig nicht in deiner Bilanz (Operating-Leasing). Das schont Eigenkapitalquote.
-
Mietkauf / Kauf: Gerät ist Wirtschaftsgut — du kannst Abschreibungen (AfA) geltend machen. Das mindert steuerlich den Gewinn, bindet aber Bilanzkapital.
-
Umsatzsteuer: Beim Kauf wird die Vorsteuer sofort fällig/abzugsfähig; bei Leasing ist nur die Umsatzsteuer auf die Rate relevant (monatlich). Je nach Liquidität kann das wichtig sein.
-
Zinsen & Finanzierungskosten: Bei Bankkrediten musst du Zinsaufwendungen einrechnen — diese sind als Aufwand abziehbar.
Kurz: Steuer- und Bilanzwirkungen sind oft entscheidend für die Wahl. Hole dir Zahlen für die drei Szenarien und lass die Effekte in die BWA/prognostizierte Liquiditätsrechnung einspielen.
Kostenvergleich — beispielhafte Rechnung (vereinfachtes Beispiel)
Angenommen: Gerätspreis netto 6.000 €.
-
Direktkauf (Bankkredit)
Kaufpreis 6.000 €, Bankkredit 24 Monate bei 4% p. a. -> monatliche Belastung + Abschreibung auf Jahre verteilt. Langfristig günstigster Weg, wenn Eigenkapital vorhanden. -
Leasing
Anbieter bietet Leasing ab 149 €/Monat (modellabhängig). Bei 36 Monaten wären das ~5.364 € (ohne Nebenkosten). Leasingkosten können steuerlich absetzbar sein, aber am Ende kein Eigentum. -
Mietkauf
Ratenvertrag: z. B. 36 Monate à 180 €/Monat = 6.480 € — am Ende Eigentümer. Etwas teurer als Direktkauf, aber planbar.
Hinweis: Die tatsächlichen Konditionen hängen stark von Hersteller/Leasinggesellschaft, Bonität, Laufzeit, Region ab. Granular rechnen — und Angebote vergleichen. Anbieter wie Automatenjungs, PK Automaten und Automatenland haben eigene Konditionsbeispiele auf ihren Seiten.
Welche Faktoren beeinflussen die Wahl? (Praxisorientiert)
-
Liquidität: Hast du genug Liquidität für einen Direktkauf oder brauchst du geringere Raten?
-
Nutzungsdauer: Kurzfristige Testaufstellungen vs. dauerhafte Standorte. Für Testaufstellungen ist Leasing ideal.
-
Steuerliche Ziele: Bilanzneutralität vs. Abschreibungen.
-
Upgrade-Plan: Planst du häufige Modellwechsel? Leasing/Serviceverträge können Upgrades erleichtern.
-
Bonität & Unternehmensalter: Viele Leasinggeber verlangen Mindestunternehmensdauer oder Bonitätsnachweis. Automatenprofi und andere Anbieter führen Voraussetzungen auf (z. B. >12 Monate Gewerbe).
-
Service & Versicherung: Manche Leasingverträge binden Servicepakete ein — prüfe, ob Wartung/Service enthalten sind oder separat bezahlt werden müssen.
Praxis-Tipps beim Vertragsabschluss
-
Vergleiche mehrere Angebote: Lass dir Leasing-, Mietkauf- und Kaufangebote mit Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit geben (TCO — Total Cost of Ownership).
-
Achte auf versteckte Kosten: Transport, Einrichtung, Zahlungssystem-Integration, Versicherung, Rückbaukosten bei Leasingende.
-
Kündigungs- & Rückgaberegeln: Was passiert bei Totalschaden? Wie wird der Restwert berechnet? Wer trägt Umbauten?
-
Wartung und Service: Ist ein Servicevertrag enthalten? Kosten/Nachforderungen bei Schäden?
-
Zahlungsmodalitäten: Wie ist Umsatzsteuer gehandhabt? Gibt es Anzahlungen?
-
Restwert & Kaufoptionen: Bei Leasing: wie hoch ist der Restwert? Besteht Kaufoption? Zu welchen Konditionen?
Konkrete Use-Cases — welche Lösung passt?
-
Startup / Test-Standorte / Pop-up: Leasing oder Mietkauf (kurze Bindung, niedrige Anfangskosten). Leasing ist häufig flexibler, wenn du schnell Standorte testen willst.
-
Filialnetz / Betreiber mit planbarer Nutzung: Kauf oder Mietkauf, wenn du langfristig planst, da Gesamtkosten meist geringer. Kauf lohnt sich bei stabiler Planung und ausreichendem Eigenkapital.
-
Öffentliche Einrichtungen, Hotels, Büros: Je nach Finanzierungspolitik kann Leasing bevorzugt werden, um Bilanzkennzahlen zu schonen; gleichzeitig ist oft ein Servicepaket sinnvoll.
-
Anbieter mit häufigen Upgrades: Leasing mit Upgrade-Optionen oder flexible Verträge, die Modul-Austausch erlauben.
Fallstudie
Firma X (Café-Kette, 10 Standorte) möchte in jedem Standort einen Kombi-Snack-und-Getränkeautomaten. Budget pro Gerät: netto 6.000 €. Ziel: modernste Hardware, regelmäßige Upgrades.
-
Option Kauf: Investition 60.000 € netto. Abschreibung erlaubt, Zinslast bei Bankkredit. Bilanz wird belastet.
-
Option Leasing: Leasing 36 Monate, 149 €/Monat pro Gerät → monatliche Belastung 1.490 € insgesamt. Nach 36 Monaten: Upgrade möglich oder Kauf zum Restwert. Liquidität bleibt geschont.
Ergebnis: Bei schneller Skalierung und Wunsch nach Hardware-Upgrades -> Leasing; bei langfristiger Stabilität und günstiger Finanzierung -> Kauf.
Häufige Missverständnisse & Antworten
Mythos: Leasing ist immer teurer als Kauf.
Realität: Nicht zwangsläufig — bei kurzer Nutzungsdauer, fehlendem Eigenkapital und hohem Opportunitätswert des Kapitals kann Leasing wirtschaftlich sinnvoller sein. Außerdem ist steuerliche Behandlung ein wichtiger Hebel.
Mythos: Mietkauf ist nur Ratenkauf.
Realität: Mietkauf kombiniert Ratenzahlung mit automatischem Eigentumserwerb nach Abschluss; er hat daher bilanzielle Auswirkungen und kann steuerlich anders behandelt werden als Leasing.
Mythos: Leasing bedeutet, ich kann das Gerät nicht anpassen.
Realität: Manche Leasingverträge schränken bauliche Veränderungen ein; andere erlauben Anpassungen gegen vorherige Zustimmung. Klare vertragliche Regelungen sind entscheidend.
Fazit — Entscheidungsbaum in 3 Schritten
-
Kurzfristiger Bedarf / Testphase / Liquidität knapp → Leasing (oder Mietkauf, wenn Eigentum angestrebt).
-
Langfristiger Betrieb, Kapital vorhanden → Direktkauf (günstigster TCO, volle Kontrolle).
-
Ratenzahlung + Eigentum gewünscht, moderate Monatsbelastung → Mietkauf.
Weiterführende Links & Hilfe
-
Unsere eigene Finanzierungsseite mit Details, Anfrageformular und Beispielkonditionen findest du hier: PK Automaten — Finanzierung. Dort kannst du ein individuelles Angebot anfragen. pk-automaten.de